Das Geheimnis des Bootes in der Mitte der Insel Bouvet

Tief unter dem Südatlantik wird die Insel Bouvet als einer der isoliertesten Orte der Erde beschrieben, dessen nächste Landmasse die Antarktis ist. Wenn es eine Mitte von Nirgendwo gibt, dann ist dieses neunzehn Quadratmeilen große Stück Land im Atlantischen Ozean, unbewohnt und von Gletschereis bedeckt, zweifellos dieser Ort.

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Das nicht identifizierte Walfänger- oder Schiffsrettungsboot wurde am 2. April 1964 verlassen auf der Bouvetinsel gefunden.

Aber was diesen Ort noch seltsamer macht, ist: Im Jahr 1964 wurde ein verlassenes Rettungsboot auf der Bouvetinsel gefunden. Abgesehen von dem Boot gab es keine anderen Anzeichen menschlichen Lebens oder menschlicher Aktivitäten auf der Insel, und im Umkreis von 1.000 Meilen um die Bouvetinsel gibt es keine Handelsrouten. Die Herkunft des Bootes ist immer noch ein Rätsel.

Bouvetinsel – der isolierteste Ort der Welt:

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Ein Google Earth-Bild zeigt die abgelegene Lage der Bouvetinsel.

Als abgelegenste Insel der Welt ist Bouvet Island fast 1.000 Meilen von einem anderen Landstrich entfernt – einem Sektor der Antarktis namens Queen Maud Land. Tristan da Cunha ist eine weitere abgelegene Insel und die nächstgelegene bewohnte Landmasse zur Bouvetinsel, die 1.400 Meilen von ihr entfernt ist. Und die Insel ist 1.600 Meilen vom nächstgelegenen Land Südafrika entfernt – das entspricht in etwa der Entfernung von Paris nach Moskau.

Das Geheimnis eines Bootes auf der Bouvetinsel:

Die Insel wurde 1739 von dem norwegischen Entdecker Jean Baptiste Charles Bouvet de Lozier entdeckt und ist eine Einöde aus Felsen und Eis, ohne jegliche Vegetation, abgesehen von gelegentlichen Flechten oder Moosen. Vom Himmel aus betrachtet sieht sie aus wie ein riesiger, abgeflachter Schneeball. Seit 1929 ist sie norwegisches Hoheitsgebiet, und 1977 wurde auf der Insel eine automatische Wetterüberwachungsstation errichtet. Doch die größte Merkwürdigkeit der Insel kam 1964 ans Licht, als ein Forscherteam auf der Insel auf ein mysteriöses Boot stieß, für das es keine Erklärung gab, wie es an einem so abgelegenen, unbewohnten Ort gelandet war!

Bouvet – Eine Vulkaninsel:

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Ein Foto des verlassenen Rettungsbootes auf der Insel Bouvet, aufgenommen vom Hubschrauberpiloten der HMS Protector. © ALLKINDSOFHISTORY

Die südafrikanische Regierung untersuchte mit norwegischer Erlaubnis den Bau einer bemannten Station auf der Insel und machte sich in den 1950er Jahren auf den Weg, um herauszufinden, ob es auf der Bouvetinsel genügend flaches Land für ihre Bedürfnisse gab. Sie stellten fest, dass die Terraform ihren Anforderungen nicht genügte. Außerdem stellten sie fest, dass die Insel gewachsen war, wahrscheinlich aufgrund eines Vulkanausbruchs, aber die Wetterbedingungen rechtfertigten keine formelle Untersuchung der neuen Landmasse.

Entdeckung des geheimnisvollen Bootes auf der Bouvetinsel:

Im April 1964 kehrten sie zurück, um ihre Untersuchung der neueren Teile der Insel abzuschließen – und fanden ein Geheimnis. Ein Boot, das auf der Insel gestrandet war, lag mit ein paar Rudern ein paar hundert Meter entfernt in einer Lagune innerhalb der neuen Landmasse. Das Boot wies keinerlei Kennzeichnungen auf, und obwohl es einige Hinweise darauf gab, dass sich Menschen auf dem Boot befanden, wurden keine menschlichen Überreste gefunden.

Fragen, die hinter dem Boot auf der Bouvetinsel stehen:

Die offenen Fragen sind zahlreich. Warum befand sich ein Boot in der Nähe des Gebiets – buchstäblich mitten im Nirgendwo? Wer war an Bord des Bootes? Wie sind sie dorthin gekommen – über tausend Meilen von der Zivilisation entfernt – mit nichts weiter als ein paar Rudern? Und was geschah mit der Besatzung? Es gibt nur wenige Antworten, wie der Londoner Historiker Mike Dash feststellte, der sich eingehend mit der Frage befasste, aber keine überzeugende Antwort fand.

Mögliche Erklärungen:

Viele haben versucht, das Rätsel um die Bouvetinsel zu lösen, indem sie sagten, das Boot sei durch die Meeresströmungen irgendwie auf die Bouvetinsel gespült worden. Doch die südafrikanische Regierung entdeckte das Boot mit zwei Rudern in einer Insellagune. Es gab Anzeichen dafür, dass sich einst Menschen an Bord befunden hatten, aber es gab keine Spur von ihren Körpern. Viele haben erklärt, dass ihre Leichen nach ihrem Tod irgendwie ins Meer gespült wurden, obwohl es sich um eine isolierte Lagune in der Mitte der Insel handelte.

Viele haben sogar behauptet, dass die verlassene Besatzung es irgendwie geschafft hat, ihr Boot an die Küste der Insel zu treiben und es dann in die Lagune zu bringen, um es vor den Fluten zu schützen. Und innerhalb weniger Tage waren sie alle in der Nähe des Meeresstrandes verhungert oder dehydriert und ihre Leichen wurden weggespült.

Die überzeugendste und rationalste Erklärung findet sich im Buch Transactions of the Oceanographical Institute (Moskau, 1960) auf Seite 129. Darin heißt es: „Das wissenschaftliche Aufklärungsschiff ‚Slava-9‘ begann seine reguläre 13. Kreuzfahrt mit der antarktischen Walfangflotte ‚Slava‘ am 22. Oktober 1958. Am 27. November traf es auf der Insel Bouvet ein. Eine Gruppe von Seeleuten ging an Land. Wegen der sich verschlechternden Wetterbedingungen konnten sie die Insel nicht mehr rechtzeitig verlassen und blieben etwa drei Tage auf der Insel. Die Menschen wurden am 29. November 1958 mit einem Hubschrauber abtransportiert.“

Es gibt auch eine ähnliche Theorie, wonach eine Gruppe von Weltkriegssoldaten im Meer verschollen war und auf die Bouvetinsel getrieben wurde. Vielleicht wurden sie mit einem Hubschrauber oder einem Schiff gerettet und hatten das Boot dort zurückgelassen. Es gibt jedoch keine Beweise, die diese Behauptung bestätigen. Tatsächlich gibt es so viele Theorien zu dieser seltsamen Entdeckung, dass es schwer ist, sich auf eine festzulegen.

Der Vela-Zwischenfall:

Der Vela-Zwischenfall ist ein weiteres seltsames, aber interessantes Ereignis im Zusammenhang mit der Bouvetinsel. Der Vorfall ereignete sich am 22. September 1979 auf oder über dem Meer zwischen den Inseln Bouvet und Prince Edward, als der amerikanische Vela-Hotel-Satellit 6911 einen unerklärlichen Doppelblitz registrierte. Obwohl diese Beobachtung auf verschiedene Weise als Atomtest, Meteor oder Instrumentenfehler interpretiert wurde, sind viele immer noch neugierig darauf, etwas Mysteriöseres herauszufinden.

Fazit:

Angesichts der Abgeschiedenheit der Bouvetinsel und ihrer unwirtlichen Landschaft ist die Herkunft des Bootes und seiner möglichen Besatzung seit einem halben Jahrhundert weitgehend unerforscht geblieben. Höchstwahrscheinlich wird das auch so bleiben und eines der sensationellsten ungelösten Rätsel der Geschichte bleiben.

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