Säter Museum of Mental Health

Im frühen 20. Jahrhundert wurde in Schweden ein Ärzteteam ausgesandt, um zu untersuchen, in welchen Teilen des Landes psychische Störungen am häufigsten vorkamen. Dabei sahen sie die schrecklichsten Beispiele dafür, wie psychisch Kranke behandelt wurden, darunter ein 12-jähriges Mädchen, das von seiner Familie in einem Käfig gehalten wurde.

Die Stadt Säter wurde als idealer Standort für den Bau eines hochmodernen psychiatrischen Krankenhauses ausgewählt. Die Philosophie der Einrichtung bestand darin, Geisteskrankheiten mit sauberer Luft, Sauberkeit, Essen und Ruhe zu behandeln. Der Standort wurde unter anderem wegen seiner schönen Natur gewählt.

Schweden baute zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Reihe von psychiatrischen Kliniken, viele von ihnen waren riesige Einrichtungen. Als das Krankenhaus von Säter 1912 eröffnet wurde, bot es Platz für 830 Patienten – das entsprach fast der Einwohnerzahl von Säter, das damals 1.000 Einwohner hatte.

Unglücklicherweise war die psychiatrische Klinik nicht frei von grausamen und fragwürdigen Methoden. Die Insulinschocktherapie zur Erzeugung von Koma und Krämpfen wurde ebenso eingesetzt wie die Elektroschocktherapie und die Lobotomie. Außerdem wurde das Krankenhaus mit dicken Mauern und einem streng bewachten Tor gebaut, um die Patienten an der Flucht zu hindern.

Die Einführung neuer Medikamente in den 1950er Jahren sollte die Behandlung psychischer Erkrankungen verändern. Im Jahr 1967 wurde die Zuständigkeit für die psychiatrische Versorgung den Bezirksräten übertragen. In den 1970er Jahren wurde das schwedische System der institutionalisierten psychiatrischen Versorgung zunehmend in Frage gestellt. Der Schwerpunkt verlagerte sich auf die Reduzierung der stationären Versorgung zugunsten einer offeneren Betreuung. In den 1980er Jahren wurde das Krankenhaus geschlossen.

Heute ist eines der Gebäude des ehemaligen Krankenhauses in ein Museum für psychische Betreuung umgewandelt worden. Hier können Besucher Spuren der düsteren Geschichte sehen, wie z. B. Geräte, die zur Lobotomie von Patienten verwendet wurden. Die Ausstellung enthält auch Geschichten über die Patienten und darüber, wie einige von ihnen in der Klinik Frieden in ihrem Leben fanden. Vor allem aber zeigt die Ausstellung auch Kunstwerke der Patienten, die einen Einblick in ihr Inneres geben.

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